6 Gründe für eine psychische Gefährdungsbeurteilung

Wenn dir die Gesundheit deines Teams am Herzen liegt, solltest du die psychische Gefährdungsbeurteilung ernst nehmen. Mit den Ergebnissen einer psychischen Gefährdungsbeurteilung lernst du dein Unternehmen und dein Team von einer ganz neuen Seite und vielleicht auch schlummernde Potenziale kennen. Außerdem gibt es so die Möglichkeit, wirkungsvolle Veränderungen in die Wege zu leiten und das mentale Wohlbefinden aller zu stärken: Gesunde Teams sind produktive Teams!

Wir zeigen dir sechs Gründe, warum die Durchführung einer psychischen Gefährdungsbeurteilung ganz oben auf deine Agenda gehört. Los geht's!

1. Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist gesetzliche Pflicht

Seit 2013 ist die Durchführung der psychischen Gefährdungsbeurteilung für alle Arbeitgeber:innen Pflicht – ganz egal wie groß das Unternehmen ist. Die Vorschrift ist in § 5 Arbeitsschutzgesetz geregelt. Darunter fällt, neben der Pflicht zur Durchführung, auch die Aufgabe, geeignete Maßnahmen zu entwickeln und deren Wirksamkeit zu prüfen - und zwar mindestens alle drei Jahre.

Führst du die psychische Gefährdungsbeurteilung nicht durch, kann es bei Kontrollen durch die Gewerbeaufsicht zu empfindlichen Geldstrafen kommen. Außerdem haben Mitarbeiter:innen das Recht, im Krankheitsfall Regress zu verlangen, falls keine psychische Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wurde.

Allein um rechtliche Folgen zu vermeiden, solltest du die psychische Gefährdungsbeurteilung regelmäßig und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben durchführen. Detaillierte Empfehlungen zur Umsetzung findest du auch in den Leitlinien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

2. Corona hat psychische Belastungen verstärkt

Auch wenn die gesetzlichen Vorgaben nur alle drei Jahre eine psychische Gefährdungsbeurteilung fordern, empfehlen wir, das Projekt jährlich durchzuführen. Arbeitsbedingungen ändern sich schnell, wie nicht zuletzt die Corona-Pandemie gezeigt hat.

  • Du hast dein Team das letzte Mal vor Ewigkeiten in live gesehen?
  • Seit du im Homeoffice arbeitest, hast du deinen Arbeitsrhythmus irgendwie verloren?
  • Du machst so gut wie keine Pausen, aber dein Arbeitstag endet nicht früher als sonst?

Dies haben viele Arbeitnehmer:innen erlebt. Hinzu kamen

  • Kurzarbeit,
  • erhöhte Arbeitsintensität,
  • zunehmende Entgrenzung.

Dies sind Belastungen, die sich zusätzlich negativ auf die mentale Gesundheit auswirken. Deshalb solltest du bei deiner aktuellen psychischen Gefährdungsbeurteilung einen Schwerpunkt auf die spezifischen Auswirkungen der Corona-Krise setzen und deinen Mitarbeiter:innen Unterstützung anbieten.

3. Psychische Gefährdungsbeurteilung beugt Mitarbeiterfluktuation vor

„Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen glücklich zu sein.“ Voltaire erkannte vor über 300 Jahren, dass Gesundheit einen wesentlichen Einfluss auf unser eigenes Glück ausübt.

Wir wollen glücklich sein und das nicht nur oder erst nach Feierabend, sondern auch im Joballtag, der einen großen Teil unseres Lebens einnimmt. Beschäftigte sind bereit, viel für ihr Arbeitsglück zu geben. Früher oder später kündigen sie, wenn Spaß und Freude im Job ausbleiben. Auch während der Jobsuche wird haarscharf geprüft, welchen Arbeitgebern die Mitarbeitergesundheit wichtig ist.

Wenn du willst, dass dein Team vollzählig, gesund und glücklich und somit produktiver ist, dann stärke dessen Wohlbefinden. Sorge für gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen.

Ein gesundes Betriebsklima, eine positive Arbeitskultur und eine ausgeglichene Work-Life-Balance sind wesentlich für gesunde Strukturen in einem Unternehmen.
Viele Unternehmen haben das bereits erkannt und Werte wie Corporate Happiness oder die Funktion des Feel-Good-Managers ins Leben gerufen.

Die aktuelle Corona-Situation hat diese Einstellung verstärkt. Wie eine Studie von Stepstone zeigt, haben viele Menschen in der Corona-Krise den eigenen Job überdacht. Es ist also wichtiger denn je, das Thema psychische Gesundheit in deinem Unternehmen anzugehen, um gute und fähige Mitarbeiter:innen nicht zu verlieren.

4. Psychische Gefährdungsbeurteilung hilft psychischen Erkrankungen vorzubeugen

Eine psychische Gefährdungsbeurteilung hilft, das Risiko, das Mitarbeiter:innen psychisch erkranken, zu reduzieren. Dafür solltest du mögliche Belastungen identifizieren und die richtigen, gesundheitsfördernde Maßnahmen in die Wege leiten.

Häufig ist unser Joballtag geprägt von hohem Zeit- und Leistungsdruck, Über- und Unterforderung, Unterbrechungen oder anderen Belastungen, die sich negativ auf unsere mentale Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirken.

  • Statistiken zu Folge werden 28 % aller Menschen im Laufe ihres Lebens von einer psychischen Erkrankung betroffen sein.
  • Psychische Erkrankungen verzeichnen seit 2008 einen Anstieg von 163 %. Sie sind eine der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeitstage. Das sind die Tage, an denen deine Mitarbeiter:innen ihrem Arbeitsplatz fern bleiben.
  • Etwa 12 % der AU-Tage sind auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Damit gelten diese als zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit und führen mit durchschnittlich 27 Krankheitstagen die längsten Ausfallzeiten.

5. Prävention lohnt sich doppelt!

Bei einem hohen Krankenstand sollten deine Alarmglocken läuten. Ein möglicher Grund dafür kann Absentismus sein. Dann bleiben Mitarbeiter:innen der Arbeit fern, weil sie sich dort möglicherweise nicht wohlfühlen respektive unter- oder überfordert sind oder gar innerlich gekündigt haben.

Ist der Krankenstand jedoch niedrig, ist auch das kein Grund zur Freude: Wenn Mitarbeiter:innen krank zur Arbeit kommen, wird von Präsentismus gesprochen. Statistiken zu Folge sind die Produktivitätsverluste und die dadurch entstehenden Kosten bei Präsentismus sogar doppelt so hoch wie bei Absentismus.

Die gute Nachricht: Mittels einer psychischen Gefährdungsbeurteilung wird analysiert, was deine Mitarbeiter:innen dazu bewegt, krank zur Arbeit zu kommen oder auch nicht.

Was ist kostenintensiver? Investitionen in die Mitarbeitergesundheit oder die Kosten im Krankheitsfall zu tragen? Psychische Erkrankungen sind teuer, denn sie bringen besonders lange Ausfallzeiten mit sich. Gesundheitsinvestitionen schonen daher den Geldbeutel. Entscheidend ist, dass du deinen Mitarbeiter:innen damit langfristig einen gesünderen und glücklicheren Arbeitsalltag ermöglichst.

Und zu guter Letzt: Der Return on Prevention, also der Punkt, an dem sich die Investition in Gesundheitsvorsorge rentiert, liegt etwa bei einem Wert von 2,7. Investierst du also in die Gesundheit deiner Mitarbeiter:innen, wirst du die positiven Auswirkungen langfristig an deinem wirtschaftlichen Erfolg ablesen können.

6. Psychische Gefährdungsbeurteilung – Mach es richtig!

Die psychische Gefährdungsbeurteilung solltest du nicht unterschätzen. Ein konkreter Projektplan sowie genügend zeitliche und personelle Kapazitäten sind Voraussetzung. Räumst du den verantwortlichen Mitarbeiter:innen nicht genügend Zeit für das Projekt ein, kann es zu folgenden Situationen kommen:

  • Die Beteiligungsquote der Mitarbeitenden ist zu gering, um konkrete Handlungsfelder zu erkennen und wirksame Maßnahmen umzusetzen.
  • Es fehlen festgelegte Ziele und damit ein roter Faden für die Durchführung. Das führt, früher oder später, zu Unmut und Planlosigkeit.
  • Die Mitarbeiterzufriedenheit sinkt, da die Veränderungserwartungen nicht erfüllt werden und die Ergebnisse unter den Tisch fallen.

Solltest du nicht über genügend eigene Kapazitäten verfügen, empfehlen wir, die psychische Gefährdungsbeurteilung mit externer Unterstützung durchzuführen. Das hat den Vorteil, dass du auf jahrelange Erfahrung und wissenschaftliche Expertise vertrauen kannst. Es gibt verschiedene Anbieter, die dich bei der Umsetzung unterstützen. Hier solltest du genau schauen, welcher Dienstleister zu dir und deinem Team sowie zu deinen Vorstellungen passt.

Auch wir können dich bei der Durchführung der psychischen Gefährdungsbeurteilung unterstützen. Mit HappyTeams, unserem digitalen Analysetool für psychische Gefährdungsbeurteilungen, analysieren wir die mentalen Belastungen in deinem Team, und zwar online und in Echtzeit, und geben dir einen maßgeschneiderten Fahrplan an die Hand.

Unsere Tipps für dich:

  • Achte auf eine korrekte Durchführung der psychischen Gefährdungsbeurteilung, um deiner gesetzlichen Pflicht nachzukommen. Schau dir die GDA-Leitlinien an. Dort findest du eine detaillierte Empfehlung für eine psychische Gefährdungsbeurteilung.
  • Plane die psychische Gefährdungsbeurteilung jährlich, um auf Veränderungen reagieren zu können.
  • Setze in diesem Jahr bei der psychischen Gefährdungsbeurteilung den Schwerpunkt auf die psychischen Belastungen, die durch die Corona-Situation entstanden sind.
  • Erstelle einen konkreten Projektplan. Bedenke ausreichend Ressourcen für das Projekt, um die psychische Gefährdungsbeurteilung erfolgreich durchzuführen.
  • Frag dich frühzeitig: Willst du das Projekt intern umsetzen oder möchtest du lieber externe Unterstützung? Ein externer Dienstleister bietet Erfahrung, Expertise und ist unparteiisch.
  • Sieh die psychische Gefährdungsbeurteilung als Chance, um deine Arbeitgeberattraktivität zu stärken und dir Fachkräfte zu sichern.

Es gibt genügend gute Gründe, warum die psychische Gefährdungsbeurteilung ganz oben auf deine Agenda gehört. Nicht nur du, sondern ganz besonders deine Mitarbeiter:innen profitieren von deinen Investitionen in die Gesundheit und der langfristigen Stärkung des mentalen Wohlbefindens im Unternehmen.

Wir unterstützen dich gerne bei der Planung deiner individuellen psychischen Gefährdungsbeurteilung. Mit HappyTeams, unserem Online-Tool für psychische Gefährdungsbeurteilungen bekommst du deine individuelle und nach § 5 ArbSchG geprüfte Analyse – online und in Echtzeit. Basierend auf deinen Ergebnissen erhältst du deinen maßgeschneiderten Fahrplan sowie ein begleitendes Gesundheits-Coaching, um für mehr Gesundheit und Wohlbefinden in deinem Team zu sorgen.