7 Schritte, mit denen du deine BGM-Ziele 2022 meisterst

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass die Mitarbeiterzufriedenheit enormen Einfluss auf Produktivität, Motivation und Krankenstand hat. Daher werden auch 2022 viele Unternehmen ihr Betriebliches Gesundheitsmanagement aufbauen oder weiterentwickeln und Gesundheit nachhaltig in der Unternehmenskultur etablieren.

Falls du im HR-Bereich tätig, im Betrieblichen Gesundheitsmanagement aktiv oder Fachkraft für Arbeitssicherheit bist, liegt das unternehmensinterne BGM-Projekt vermutlich in deinen Händen und denen deiner Kolleg:innen.

Ob euer Betriebliches Gesundheitsmanagement noch in den Kinderschuhen steckt oder ihr schon mitten drin seid: BGM ist ein komplexes Projekt, das Struktur und Koordination benötigt. Nicht selten gibt es Startschwierigkeiten, unkoordinierte Maßnahmen oder Unmut bei beteiligten Abteilungen.

Wir zeigen, wie eure BGM-Ziele mit sieben Schritten zu meistern sind.

Schritt 1:  Mach’s SMART: Konkretisiere die BGM-Ziele

Damit Ziele erreichbar sind, müssen sie konkret formuliert sein. Hier gilt:  je konkreter, desto besser.

Typische Ableitungen, die sich aus den Unternehmenszielen fürs Betriebliche Gesundheitsmanagement ergeben, sind zum Beispiel:

  • Senken der Fehlzeiten
  • Reduzieren der Fluktuation
  • Steigern der Produktivität
  • Erhöhung der Arbeitszufriedenheit

Bei der Konkretisierung von Zielen hilft die SMART-Methode. Dies ist eine strategische Vorgehensweise, um Ziele genau zu definieren sowie realistisch und verbindlich werden zu lassen.

Nach der SMART-Methode definieren sich Ziele wie folgt:

  • Spezifisch: Alle wichtigen Details sind in einem Satz zusammengefasst.
  • Messbar: Es sind qualitative und/oder quantitative Kennzahlen vorgesehen, die den Erfolg messbar machen.
  • Attraktiv: Das Ziel ist für alle Beteiligten akzeptabel.
  • Realistisch: Das Ziel ist in der Realität umsetzbar.
  • Terminiert: Es gibt ein Datum, zu welchem das Ziel erreicht wird.

Es gibt noch keine smarten Ziele für das BGM-Projekt? Dann setz dich mit der Geschäftsleitung oder deiner Führungskraft zusammen. Gemeinsam entwickelt ihr konkrete BGM-Ziele, die mit den Unternehmenszielen harmonieren.

Für das Vorhaben „Fehlzeiten senken“ könnte das konkrete Ziel folgendermaßen aussehen: Bis Dezember 2022 wird ein konkreter Maßnahmenplan aufgestellt, um die derzeitige Fehlzeitenquote von 15 Prozent bis Januar 2024 auf zehn Prozent zu senken.

Schritt 2: Erstelle einen Fahrplan mit Teilzielen

Trotz Konkretisierung erscheinen Ziele oft noch unendlich weit weg. Deshalb brauchst du einen Projektplan mit konkreten Teilzielen.

Teilziele sind unabdingbar, denn sie …

  • … geben Struktur und zeigen den aktuellen Projektstand auf.
  • … lassen Ziele in greifbare Nähe rücken.
  • … sorgen für Motivation und Erfolgsgefühle im Team.

Teilziele bilden die Meilensteine eures Projektplans ab. Wie viele Teilziele nötig sind, hängt vom Ziel ab. Als Faustregel gilt: Setze mindestens ein Teilziel mehr, als es Projektphasen gibt. Konkrete Aufgaben vervollständigen deinen Fahrplan und bilden eine To-do-Liste, die es bis zum nächsten Meilenstein abzuarbeiten gilt.

In der BGM-Praxis könnte dein Fahrplan samt Teilzielen so aussehen:

Ziel: 

Das Gesundheitsbewusstsein der Mitarbeiter:innen soll bis Dezember 2023 durch Gesundheitsmaßnahmen gefördert werden.
Teilziel 1:Bis Januar 2023 sollen mindestens 4 BGF-Maßnahmen im Jahr angeboten werden, mit einer Alltagstransferrate von mindestens 35 %.
Aufgabe 1:IST-Analyse: Welche BGF-Maßnahmen gibt es bereits im Unternehmen?
Aufgabe 2:Kommunikation des bestehenden Maßnahmen-Portfolios in die Belegschaft
Aufgabe 3:Angebotsplanung & Bewerbung der weiteren Maßnahmen
Aufgabe 4:Überprüfung der Beteiligungsquote & Alltagstransferquote nach jeder Maßnahme
Teilziel 2:

Die Arbeitsplätze sollen bis Ende 2022 nach den aktuell gültigen Standards des Arbeitsschutzes (gem. Arbeitsstättenverordnung) gestaltet sein und bis zum 4. Quartal 2023 unter Beachtung des Wohlbefindens der Mitarbeiter:innen verbessert werden.

Aufgabe  1: ...

IST-Analyse: Status quo der Arbeitsplätze unter den Gesichtspunkten Ergonomie, Arbeitsschutz, psychische Belastung, etc.

Unser Tipp: Visualisiere deinen Fahrplan und die eingeplanten Teilziele

Neben Excel- und To-do-Listen empfehlen wir ein digitales Projektmanagement-Tool zu nutzen. Gantt-Diagramme, Kanban-Boards oder Kalender-Tools bilden Prozesse verständlich ab und helfen dir, Fristen und Deadlines im Kopf zu behalten, mit Kolleg:innen zu kooperieren sowie euren Fortschritt zu verfolgen.

Schritt 3: Tu’ Gutes und sprich darüber!

Für ein erfolgreiches BGM ist Kommunikation das A & O. Oft sind Mitarbeiter:innen nicht ausreichend über Gesundheitsangebote informiert. Das führt zu geringen Teilnehmerquoten und wenig Nutzen. Mit Kommunikationskampagnen lässt sich die Bekanntheit der Maßnahmen erhöhen. Es empfiehlt sich, regelmäßig via Newsletter, Intranet oder dem Schwarzen Brett zu informieren.

Eine weitere Hürde in der BGM-Kommunikation: die richtige Zielgruppe anzusprechen. Während gesundheitsbegeisterte Beschäftigte schnell von den Gesundheitsmaßnahmen überzeugt sind, tun sich weniger gesundheitsaffine Mitarbeiter:innen schwer. Dabei profitieren Letztere zumeist am besten von den Angeboten.

Hier ist intrinsische Motivation nötig. Das bezeichnet die Motivation, die aus eigenem Antrieb entsteht, zum Beispiel durch eigenes Interesse, erkennen der Sinnhaftigkeit oder eigener Werte.

Um Mitarbeiter:innen intrinsisch zu motivieren, müssen ihre individuellen Bedürfnisse angesprochen werden. Wie das geht, erfährst du in Schritt vier.

Statt Fitnessgutschein und Sportkurs kannst du Mitarbeiter:innen etwa durch ein positives Arbeitsklima, Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung oder wertschätzendes Miteinander motivieren. Schaffe Vertrauen ins BGM-Projekt und nimm die Belegschaft von Anfang an mit auf dem Weg zum ganzheitlichen Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Schritt 4: Lupe statt Gießkanne

Ideen für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement sind prima, aber bilden sie das ab, was die Beschäftigten brauchen?

Der häufigste Grund für das Scheitern von BGM ist, dass BGM-Maßnahmen mit der Gießkanne verteilt werden. Das führt zu hohen Kosten und wenig Nutzen. Für wirksame und zielgerichtete Maßnahmen muss die Lupe her: Welche Veränderungen sind für welches Team zielführend? Was betrifft die gesamte Arbeitsorganisation und was tangiert Einzelpersonen?

Deshalb: Achte nicht nur auf Team-Ergebnisse, sondern auch auf die Einzel-Ergebnisse.

  • Team B: Zeigt in der Wahrung persönlicher Grenzen keine negativen Ergebnisse, denn es betrifft eher Einzelpersonen. Im Mittelwert des Team-Ergebnisses fällt dies kaum Gewicht.
  • Mitarbeiter A, Mitglied von Team B: Zeigt Überforderungstendenzen am Arbeitsplatz sowie eine verminderte Fähigkeit, persönliche Grenzen wahrzunehmen und einzuhalten.

Mithilfe der Analyse findest du heraus, warum das so ist. Sind es innere Glaubenssätze, die sein Arbeitsbild entsprechend geprägt haben und er deswegen die Grenzüberschreitung durch „Gehorsam“ akzeptiert? Ist es Selbstüberschätzung oder ein Zeichen von erhöhtem Engagement, ohne sich über die Folgen der Handlungsweise bewusst zu sein?

Um auf einen Blick zu erfahren, wo du ansetzen musst, empfiehlt sich eine psychische Gefährdungsbeurteilung.

Übrigens: Mit HappyTeams bekommst du digital und in Echtzeit Ergebnisse sowie passgenaue Maßnahmen angezeigt.

Schritt 5: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Damit Betriebliches Gesundheitsmanagement erfolgreich ist, ist das Überprüfen der Maßnahmen ein absolutes Must-have.

Das gelingt mithilfe von Kennzahlen. Typische BGM-Kennzahlen, die du für die Evaluation nutzen kannst, sind z. B.:

  • Fehlzeitenquote
  • Fluktuationsrate
  • Krankheitskosten
  • Teilnehmerquote

Je nachdem, mit welcher Methode die Ausgangssituation im Unternehmen analysiert wurde, stehen dir verschiedene Kennzahlen zur Verfügung.

Mit dem digitalen Analysetool HappyTeams kannst du zusätzlich messen:

  • Mitarbeiterzufriedenheit
  • Bewahrung persönlicher Grenzen (z.B. Präsentismus)
  • Mitarbeitermotivation
  • Persönlichkeitstyp vs. Arbeitsaufgaben

Um die Wirksamkeit der Maßnahmen abzubilden, stehen dir verschiedene Erhebungsmethoden zur Verfügung: Mitarbeiterumfragen oder Interviews. Anhand des Vorher-Nachher-Vergleichs kannst du den Nutzen der Maßnahme errechnen.

Wir empfehlen, auf ein digitales Analysetool zurückzugreifen, das die Ergebnisse sowie den Veränderungsprozess digital und in Echtzeit dargestellt. Außerdem sparst du den Aufwand für personelle Ressourcen und eventuell anfallende Kosten durch Druck und Versand. 

Schritt 6: Feiert gemeinsam Erfolge!

Du und dein Team habt ein (Teil-)Ziel erreicht? Klasse! Ihr seid dem Ziel einen Schritt nähergekommen. Oft wird eine To-do-Liste abgearbeitet und sich viel zu selten Zeit genommen, um Erfolge zu feiern. Dabei ist so wichtig:

  • Es würdigt die bisher erbrachte Leistung,
  • schweißt Teams enger zusammen,
  • stärkt das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein und
  • schafft neuen Antrieb für den nächsten Schritt.

Nicht jeder Erfolg muss mit Korkenknallen gefeiert werden. Vielmehr geht es um die Geste und das Würdigen des bisher Erreichten. Trefft euch in einer (virtuellen) Runde und seid stolz auf das, was ihr schon geschafft habt.

Auch ein Dankeschön an alle Mitwirkenden darf hier nicht kurz kommen. Das sorgt für Wertschätzung und Anerkennung. Gib positives Feedback zurück, schreib eine Dankeskarte oder lade zum gemeinsamen After-Work ein.

Schritt 7: Du schaffst das!

Wie bei anderen Projekten wird auch der Weg zum ganzheitlichen Betrieblichen Gesundheitsmanagement nicht immer glattlaufen. Vielleicht zeigt eine Maßnahme keinen messbaren Nutzen oder die Teilnehmerquote lässt zu wünschen übrig.

Es ist okay, von der Zielgeraden abzuweichen. Denn Fehlschläge verschaffen dir neues Wissen und zeigen neue Lösungswege auf. Sei geduldig und nachsichtig mit dir selbst und verliere nicht den Mut. Du schaffst das!

Brauchst du einen Expertenrat oder einfach einen Perspektivwechsel? Unsere Coaches unterstützen dich dabei, wieder Wind in deine BGM-Segel zu bringen.